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Lehmann

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Montag, 12. Juni 2017, 18:20

Landsberg/Lech (ETSA) 08.06.2017 - LTG61: Ein Transall-Hotspot bereit zum Absprung!

Hola alle,



Nach langer Sendepause von meiner Wenigkeit mal wieder was bilderreiches! Denn ich habe da mal was frisches aus dem Münchner Umland angerichtet. Geht um eine Thematik, wo sich Bundeswehr und Kommunen der Stadt Landsberg am Lech aktuell hin und wieder an den Kragen springen.



Wie weiter mit dem LTG 61? Klar ist, die Transall-Flotte fliegt im September komplett aus, der Umzug in den - Achtung, schlechtes Wortspiel - hohen Norden nach Hohn ist von der Planung schon unter Dach und Fach gebracht. Aber was passiert mit dem Gelände? Dazu mal ein kleiner Steckbrief:

Fliegerhorst Landsberg am Lech:



Der kleine Fliegerhorst, circa 50 Kilometer westlich von München, wurde 1935 erbaut und schon 1937 mit Einzug Luftwaffe im Deutschen Reich eröffnet. Zu Beginn ein unauffälliger Luftwaffenstützpunkt mit einer überschaulichen Flotte an Do-23er, die dort umherflatterten. Mit Kriegsbeginn hielt das martialisch klingende Kampfgeschwader 51 Einzug und mit einem Mal war es zu Hause von Dutzend Bombern, die im Krieg ihrer fürchterlichen Machenschaften von dort aus nachkamen, bis kurz vor Kriegsende das Flugfeld von drei amerikanischen Bombern zerstört und anschließend von den Amis unter dem Namen "Airfield R78" eingenommen wurde. Noch bis 1958 haben sich die Amerikaner in Penzing ausgetobt, indem unter anderem eine amerikanische Flugschule hier eröffnet wurde, bis man kurz nach dem Eintritt der BRD in die NATO, den Deutschen wieder ihre "Landberg Air Base" überließ und vom Standort abzog.

Seit her nutzte die Luftwaffe den Fliegerhorst, stationiert u.a. auch einige Hueys, die aber nach über 11.000 Einsätzen im Auftrag für die SAR 2016 ebenfalls abrückte und nach Baden-Württemberg verlegt wurden. Seither ist die Transall alleiniger Platzhirsch auf dem Lufttransportgeschwader 61, doch nun, nach neuester Bundeswehrreform soll auch sie bis zum Ende des Jahres aus Penzing verschwunden sein.

Freuen sich viele Flugvereine und vor allem die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, wo schon wieder neues Konfliktpotenzial ins Spiel kommt. Die einen wollen einen privaten und zivilen Flugplatz, die anderen wollen aus dem Fliegerhorst in einer hochgefragten Wohngegend Dutzende Häuser hochziehen. Die Bundeswehr hält sich ein letztes Ass allerdings noch im Ärmel: sie will die Anlange für militärische Nachnutzung weiterhin verwenden - dazu ein Statement von der Chefetage aus Köln-Bonn: "Es ist nicht Zeit abzurüsten"



Klar ist, mit der Ausmusterung der Transall C-160 hat der Flugplatz keine bedeutende Perspektive mehr für die Bundeswehr, da geografische Probleme den Ausbau der Landebahn unmöglich machen. Für den Airbus A400M und den Einsatz von Eurofightern ist die nur 2000 Meter lange Piste viel zu kurz, kann aber westlich wegen dem Fluss "Lech" und östlich wegen der Gemeide Penzing nicht ausgebaut werden. Ärgerlich.

Um das jetzt ordentlich umzuleiten, muss gesagt werden, dass das Fly-Inn nicht dem Abzug der Tralls geschuldet war, sondern im Rahmen des Events "Tag der Bundeswehr Bayern". Thematik war aber trotzdem präsent.

Los ging der ganze Spaß am vergangen Donnerstag - ein wunderschöner Sommermorgen und wir schon seit einer halben Stunde auf den Rädern, als wir mit den obligatorischen Motorengeräuschen in Penzing empfangen wurden. Es war das summen von einer diesen C-160's und unser erstes Zielobjekt. Als wir mit Übergeschwindigkeit um die letzte Kurve räuberten, sahen wir sie bereits abheben also in allerletzter Sekunde aus dem Auto gehüpft und schöööön drauf gehalten:



Es war die "Silberne Gams", die anlässlich des 60-Geburtstages vom LTG61 und für den Tag der Bundeswehr in Chrom lackiert wurde - schickes Teil! Eine 180-Grad-Kurve später und schon scheppert die Transall in die entgegengesetzte Richtung im Tiefflug an uns vorbei!



Nach zwei Low-Pass-Flügen war das Abschlusstraining vollendet und standesgemäß per "Sarajevo-Approach" stürzte sich die 51+01 in den Endanflug und war damit erstmal durch.

Leise wurde es aber trotzdem kaum, denn über unseren Köpfen kreiste bereits der nächste Greifvogel. Es war einer von aktuell 8 deutschen Airbus A400M's, die alle in Wunstorf stationiert sind und ein taufrisches Modell für das Display in Penzing vorbeischickten.



Auch der A400 lässt die vier Motoren nach dem kurzen Inlandsflug nochmal richtig heiß laufen und dreht noch mal eine enge Platzrunde uuuuund schwups legt der Riesenbrummer sich ein letztes Mal für heute in die Kurve und setzt zur Landung an:



Der Airbus A400M ist übrigens als Ablöse für die betagten Transall und Lookheed Hercules-Transporter entwickelt und bestellt worden, der neunte und zehnte soll bis Ende des Jahres ins Wunstorf stationiert sein. Bis 2019 soll sich die A400-Flotte der Luftwaffe vervierfacht haben.



Der nächste Kamerad ist ein sogenannter H145M, die militärische Version des EC145. Die deutsche Bundeswehr ist bei diesem Muster Erstkunde gewesen, wobei sich der Militärhubschrauber nicht optimal verkauft. Neben Deutschland wird noch für gerade mal zwei andere Länder produziert: neben "unseren" 15 H145M's sollen auch 5 für die Royal Thai Navy und neun für die serbische Luftwaffe gebaut werden. Um die Verkaufschancen zu erhöhen, wird derzeit an weiteren Bewaffnungsmöglichkeiten gearbeitet - mal sehen ob sich da noch etwas tut!



Ein ganz schneller und lauter ist der Tornado PA-200, ein Zweisitzer-Kampfflugzeug, der Vorgänger vom Eurofighter.



Die Bundeswehr hatte davon im Zeitraum von 1980 bis 1992 ganze 357 (!) Flitzer übernommen, die aber nach und nach durch den Eurofighter ersetzt werden. Dennoch sind die Tornados noch immer im aktiven Einsatz gegen die Terrormiliz IS! Nach 3 Low-Passes und einer Kunstflugeinlage war auch er zur Landung freigegeben worden:



Der nächste Gast ist der erste aus dem Ausland! Das österreichische Bundesheer gab sich mit der Pilatus PC-6 "Turbo Porter" die Ehre, ein Schulterdecker der in Österreich als Löschflugzeug und für Absprünge und Luftbilder verwendet wird. Aber auch die Tage der PC-6T sind beim Bundesheer gezählt und schon bald wird sie ihren Weg auf das Abstellgleis machen.



Der Eurofighter Typhoon ist Deutschlands stärkster Freund und wurde als Luftüberlegenheitsjäger ins Bundeswehr-Boot geholt. Er löst, wie schon gesagt, die betagte F-4 Phantom und den Tornado ab, insgesamt 140 "Eufis" wurden bestellt und werden mit Kosten pro Stück von circa 120 Millionen Euro für Deutschland fliegen.



Der Eurofighter war gelandet, die Luft war wieder frei - also Manege auf für einen der ältesten der Runde! Über den Alpen fing es wieder an zu Brummen und man konnte einige Zeit später dem Geräusch auch einen Namen geben: ganz flach über dem Boden summte eine "Nord Noratlas" aus der Zeit des Kalten Krieges daher. Es ist die letzte fliegende "Nora" der Welt heutzutage im adretten Anstrich die dem letztjährigen 60. Geburtstag der Noraltas bei der französischen Luftwaffe gebührt :)



Der ulkige Franzose kam vor fast 70 Jahren auf den Markt und wurde auch wenig später mehrfach nach Deutschland verkauft (u.a. auch an das Lufttransportgeschwader in Penzing), wo die Nord 2501 beispielsweise für Transportflüge nach Mosambik zum Einsatz kam. Nach fast 20-jähriger Geschichte bei der BW wurde die Nora schließlich in den 70er-Jahren nach sehr zeitweiligem Flugverbot in den Sixties, wegen kaputten Kraftstofftanks, vom Himmel geholt und durch die damals viel stärkere Transall ersetzt. Nach über 45 Jahren setzte also mal wieder eine Noratlas in Landsberg zur Landung an - schön, dass man das nochmal erleben darf!



Ein letzter Gast vor der Mittagspause: eine 1943er Douglas C-47A!



Die Dakota hatte die letzten Jahre einige Filmeinlagen hinter sich und spielte u.a. 1982 in einer britischen TV-Serie namens "Airline" die Hauptrolle und war auch nun öfter bei "Top Gear" zu sehen, flog aber sogar schon 1944 in der "Schlacht von Arnhem".



Sooooo, last but not least! Aus Eindhoven machte sich schließlich doch noch eine C-130 auf den Weg. Ursprünglich waren zwei Hercules' geplant - eine von US Air Force, die andere von Royal Netherlands Air Force - davon tauchte aber leider nur noch letztere auf. Die US Air Force traf erst einen Tag später ein.



Auch hier "same as usual" - einen Go-Around, einen Low-Pass und dann die Landung - sehr schön!



Insgesamt ein sehr ereignisreicher Tag in Penzing. Man weiß ja, wie so oft im Leben, wann das letzte Mal sein wird. Am 28. September findet das Fly-Out der Transall aus Penzing statt, vielleicht sieht man sich da nochmal! ;) Ansonsten war es wohl eine Art Abschied... Schade, selbst bei mir zuhause sah man öfter mal einer dieser legendären Transall's in den Anflug stürzen sehen und auch die Lehrerin musste unseren Unterricht 1-2 mal im Monat unterbrechen, wenn eine C-160 im Tiefflug über das Klassenzimmer schrubbte. Wie schon gesagt: Landsberg und auch unserer Landkreis wird wohl die Motorengeräusche vermissen, wobei der A400 auch ganz nette Musik macht! ;)


So long,

Marlin :P

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lehmann« (13. Juni 2017, 23:02)


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